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  • KategorieDirektauftrag, Erweiterung eines Wohnhauses
  • Bauherrprivat
  • ArchitekturFiederling Habersang Architekten
  • Projekt und Realisierung2008

Das Bestandsgebäude, ein um 1930 erstelltes Wohnhaus der Stuttgarter Schule, wird durch eine ausgeprägte Hanglage charakterisiert. Ein zur Talseite hin voll nutzbares Sockelgeschoss lässt das zweigeschossig angelegte Typenhaus dreigeschossig erscheinen, durch den nachträglich ausgebauten Dachstock gar viergeschossig. Eine als solide Schreinerarbeit ausgeführte, gewendelte Treppe erschließt alle vier Ebenen und verleiht dem Haus von kleiner und kompakter Grundfläche eine überraschende Vertikalität. Unter Würdigung dieses spezifischen Charakters des Bestands versucht der Anbau den „Gravitationsschwerpunkt“ des Raumgefüges im Altbau zu belassen. Nach unten beansprucht das Haus zunehmend mehr Fläche. Die Anordnung der Räume scheint durch die Spindelbewegung der Treppe beeinflusst. Der turmartige Eindruck des Altbaus findet in der inszenatorischen Auseinandersetzung mit dem Ausblick seine Überhöhung: Eine breite, als sehr hoch liegend wahrgenommene Terrasse macht die Landschaft spektakulär erfahrbar. Fenster sind in unterschiedlicher Form als Sitznischen ausgebildet und entfalten so, über Ihre Funktion als Bauteil hinaus, ein emotionales Potential in der Ambivalenz von Innen und Außen. Auch andere Bauteile, wie Türen unterstreichen durch ihre Art der Detaillierung ihre jeweilige Rolle im Gesamtgefüge, z.B. als räumliches Gelenk oder als raumbegrenzende Oberfläche und wirken so, über ihre Funktion hinaus, charakterbildend.

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